LASK gewinnt das 70. OÖ-Derby gegen SV Ried mit 4:1
Nach dem Schock durch Sissoko dreht der LASK im 70. OÖ-Derby auf: Adeniran doppelt, Usor überlupft, Lang trifft zum 4:1. Fotos aus der Raiffeisen Arena.
Inhaltsverzeichnis
- Ein Derby, das keine Anlaufzeit kennt
- Usor bereitet vor, Lang vollendet
- Rote Karte, VAR-Aufregung und ein abgeklärtes Ende
In der Raiffeisen Arena hielt das 70. OÖ-Derby, was sein großer Rahmen versprach: Der amtierende Meister LASK traf am 14. August 2026 vor 14.507 Zuschauern auf den SV Ried und setzte sich nach einem intensiven, körperbetonten Duell mit 4:1 durch. Vor dem Anpfiff verabschiedeten die Linzer Saša Kalajdžić, der als Leihgabe der Wolverhampton Wanderers Teil der Double-Saison gewesen war. Danach ging es auf dem Rasen um mehr als drei Punkte: Der LASK wollte seine makellose Bilanz ausbauen und sich für die Champions-League-Qualifikation gegen Celtic Glasgow einstimmen, während Ried noch auf den ersten Saisonsieg wartete.
Ein Derby, das keine Anlaufzeit kennt
Die Partie explodierte förmlich. In der 9. Minute nutzte Ried einen Fehler im Spielaufbau: Bogarde verlor unter Druck den Ball, Schwab schaltete schnell um und bediente Sissoko, der zum 0:1 einschob. Die Antwort des LASK ließ nur wenige Sekunden auf sich warten. Bereits in der 10. Minute fand Usor mit seiner Vorlage Adeniran, der den Ball wuchtig in die rechte Ecke jagte und damit sein drittes Saisontor erzielte. Aus dem Rückstand wurde binnen kürzester Zeit eine Linzer Führung. In der 18. Minute war Usor nach Andrade-Zuspiel frei durch und überlupfte Leitner sehenswert zum 2:1. Sein zweiter Saisontreffer drehte das Derby endgültig.
Der LASK blieb nun am Drücker, ohne dass Ried die Intensität aus dem Spiel nehmen konnte. In einer Partie, die von harten Zweikämpfen und kurzen Umschaltmomenten geprägt war, setzte Adeniran in der 27. Minute den nächsten Höhepunkt: Vom Sechzehnereck chippte er den Ball „aus dem Stand“ perfekt über Leitner hinweg in die lange Ecke. Das 3:1 war die Belohnung für einen Auftritt voller Energie und Konsequenz. Als Horvath zwischen der 38. und 40. Minute humpelte, mussten die Linzer kurz um ihre Stabilität bangen, doch der Mittelfeldspieler konnte zunächst weitermachen. Mit dem 3:1 ging es in die Pause.
Usor bereitet vor, Lang vollendet
Nach dem Seitenwechsel nahm der LASK das Tempo nicht vollständig heraus, sondern kontrollierte die Begegnung mit zunehmender Abgeklärtheit. Ein Freistoß aus zentraler Position, rund 23 Meter vor dem Tor, bot in der 52. beziehungsweise 53. Minute die nächste Möglichkeit, doch Usors Schuss fand nicht den Weg ins Netz. Kurz darauf krachten Ljubicic und Steurer bei einem intensiven Zweikampf zusammen. Adeniran machte in der 56. Minute Platz für Christoph Lang, der nur wenige Augenblicke später seine große Szene hatte.
In der 57. Minute rollte der LASK-Konter über das Feld. Usor legte den Ball präzise in die Mitte, wo Lang goldrichtig stand und zum 4:1 vollendete. Der frisch eingewechselte Offensivspieler belohnte sich damit sofort, während der LASK seine Effizienz eindrucksvoll unterstrich. In der Folge schonten die Linzer Kräfte für die bevorstehende Aufgabe in der Champions-League-Qualifikation: Usor und Bogarde verließen das Spielfeld, Danek und Flecker übernahmen. Der klare Vorsprung erlaubte dem Meister, das Spiel zunehmend zu verwalten.
Rote Karte, VAR-Aufregung und ein abgeklärtes Ende
Ganz ohne Nebengeräusche blieb der Derbyabend dennoch nicht. In der 74. Minute sah Ljubicic nach einem überharten Einsatz gegen Mayer die Rote Karte. Der LASK musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten, und Trainer Kühbauer ärgerte sich zwei Minuten später sichtlich über eine unnötige Szene beim Stand von 4:1. Ried witterte noch einmal seine Chance, doch die Linzer verteidigten mit viel Erfahrung. Zwischen der 81. und 84. Minute sorgte ein möglicher Notbremsen-Foul von Boguo an Jørgensen für heftige Diskussionen. Der VAR prüfte die Szene, entschied jedoch auf keinen Strafstoß. Die lauten Pfiffe von den Rängen begleiteten die Entscheidung.
Mit Kane für Jørgensen und einer konzentrierten Defensivarbeit brachte der LASK das Ergebnis in der Schlussphase abgezockt über die Zeit. Tornich holte in der 89. Minute noch eine Ecke heraus, in der Nachspielzeit sah Boguo nach einem Foul am jungen Kane die Gelbe Karte. Dann war Schluss: 4:1 im 70. OÖ-Derby, die Punkte blieben in Linz.
Der dritte Sieg im dritten Saisonspiel ist für den LASK damit zugleich eine gelungene Generalprobe für das Duell mit Celtic Glasgow. Das Derby bestätigte die offensive Qualität des Meisters, offenbarte aber auch jene Intensität und Disziplinfragen, die auf europäischer Bühne keinen Raum für Fehler lassen. Für Ried bleibt nach einem mutigen Beginn die Erkenntnis, dass im Derby gute Phasen allein nicht reichen. Der LASK hingegen setzt seine perfekte Serie fort und trägt den Derby-Sieg mit viel Rückenwind in die Champions-League-Qualifikation.




























