Erfahrungen mir der Canon R1
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Die Canon EOS R1 ist die neueste Sport-Profikamera aus dem Hause Canon. Doch wie schlägt sich die Kamera in den verschiedenen Sportarten?
Dieser Artikel wird mit der Zeit immer länger, desto mehr Sportarten ich fotografiert habe und ist chronologisch sortiert. Meine Empfehlung ist natürlich chronologisch alles durchzulesen, da meine Erfahrungen mit der Kamera natürlich mit der Zeit mehr werden.
Volleyball
Meine ersten Erfahrungen mit der R1 waren beim Volleyball. Wobei man hier auch ehrlich sagen muss, dass ich davor noch nie Volleyball fotografiert habe und den Sport auch nur ausgewählt habe, weil er - neben Basketball und Fußball - einer der drei initial verfügbaren Modi mit unterstützung für den KI-Autofokus war.
Für den Großteil der initialen Bilder bin ich genau auf Höhe des Netzes gestanden und habe mit Pre-Capture Fotos gemacht.
Obwohl ich schon von einer spiegellosen Kamera komme, so ist die Art die Kamera zu verwenden doch ganz anders.
Wenn man sich daran gewöhnt hat, drückt man den Auslöser erst, nachdem etwas passiert ist anstatt - wie bisher -
in Antizipation den Auslöser zu drücken. Die meisten Bilder sind entstanden bei folgenden Einstellungen: 1/1600 f2,8 ISO3200
.
Wie es bei einer Profikamera zu erwarten war, bin ich mit einem Akku, inklusive Ersteinrichtung, locker ausgekommen, genauer gesagt habe ich für 1,5 Spiele weniger als einen halben Akku gebraucht, obwohl ich über 6000 Fotos aufgenommen habe. Beim zweiten Mal Volleyball fotografieren habe ich die Anzeige bzw. auch den ersten Reiter der Überhitzungswarnung bekommen - theoretisch nicht weiter tragisch, wenn es nicht die Bildqualität beeinträchtigen würde. Gesehen habe ich natürlich nichts davon, aber ich bin schon gespannt wie sich das dann im Sommer verhält.








Die 40 Bilder pro Sekunde sind für die meisten Fotos nicht nötig, aber sie helfen den Fotografen dabei genau den Moment zu erwischen, was besonders wichtig ist, wenn es die Situation nur einmal gibt. Soweit ich mich erinnern kann sind die folgenden Bilder nicht aufeinander folgend, das bedeutet, dass man noch weitere Bilder dazwischen zur Verfügung haben würde.






Eishockey
Für Eishockey gibt es keinen speziellen Autofokus Modi, ich habe mich entschlossen - im Gegensatz zur R6 Mark II - den AUTO Case auszuwählen, da er stark verbessert sein soll. Die Verbesserung kann ich auf alle Fälle bestätigen, ich hatte mehr scharfe Bilder als mit der R6 Mark II. Besonders wenn Spieler nah an der Bande waren und sehr schnell an mir vorbeiliefen, hat der Fokus sehr schnell gegriffen.












Turnen
Turnsport an sich war kaum eine Herausforderung für die Kamera. Was auch wichtig ist zu sagen, dass ich bisher immer auf den neuen, verbesserten AUTO Modus mich verlassen haben können. Wenn ich das Frameing nicht vermasselt habe, so sind die Fotos eigentlich immer perfekt geworden.










Cheerdance
Bei den Events der ACSL habe ich auch etwas Cheerdance fotografiert, wobei die Stunt einlage der JKU SpaceDancers wahrscheinlich am
besten zeigt wie gut der Autofokus der R1 auch in dunklen Umgebungen ist (Ich habe das Bild mit ISO 32000 1/1250 f2,8
, in Lightroom
mit AI entrauscht und +⅓ Aufhellung in Lightroom + weitere Bearbeitung. In den cRAWs steckt also jede Menge an Potential in der
Nachbearbeitung.
Auch bei einem spontanen On Site Fotoshooting hält die Qualität.












Basketball
Ich war auch bei der ACSL zu Gast um 4 Basketballspiele zu fotografieren. Keine Überhitzungswarnung, fast 7h und 17.000 Bilder später war ich immer noch beim ersten Akku und habe - auch weil ich schon mehr Basketball als Volleyball fotografiert habe - die Möglichkeit mehr über die anscheinende Funktionalität des KI-Autofokus zu berichten - nach den folgenden Bildern.














Der Basketball KI Autofokus funktioniert herrlich, WENN man ihn richtig verwendet. Wenn man jetzt glaubt, dass einem der KI Autofokus alles abnimmt, dann muss ich leider enttäuschen. Wenn man den AF gewähren lässt, dann wird man schnell enttäuscht sein. Wenn man jedoch versucht den richtigen Spieler per AF anzusteuern (ich hab den Modus mit einem Hauptpunkt in der Mitte und den 4 bzw. 9 Hilfspunkten außen verwendet), dann wird das Passspiel gut mitgetrackt, solange der Ball am Bild sichtbar ist.
Was auffällig ist: Der Fokus bleibt beim ursprünglichen Spieler, bis der Ball beim anderen Spieler angekommen ist. Ich hatte dank 40fps mehr Bilder von der Frequenz, aber genau dieses bild ist das erste Bild, wo der Spieler im Vordergrund fokussiert wurde. Mit dem RF 70-200 IS USM OHNE ein unscharfes Bild.




Fußball
Ich durfte den Fußball KI Autofokus bei dem ÖFB-Cup Halbfinal Spiel zwischen LASK und Red Bull Salzburg ausprobieren - für den LASK ein gelungener Einstieg in die Saison nach der Winterpause. Über das Ergebnis soll es nicht gehen, außer dass ich froh bin, dass es eine Verlängerung gegeben hat.
Was als Kritik generell am KI Autofokus bleiben wird, ist folgendes: Der aktuell ausgewählte Modus wird NICHT am Bildschirm bzw. Sucher angezeigt und ist auch nicht zum schnell nachschauen im Q Menü verfügbar. Man muss in die Einstellungen tauchen um den aktuell eingestellten Modus zu sehen bzw. den Modus zu ändern. Dies ist nicht so komfortabel wie bei der Motivauswahl, wo man den aktuell eingestellten Modus direkt sehen bzw. schnell ändern kann.
Was kann man aber zum KI-Autofokus bei Fußball sagen: Was mir am deutlichsten aufgefallen ist, ist, dass das Netz aus der Position, aus der ich immer sitze, besser ignoriert wird.
Generell wird - wie auch ohne KI Autofokus beim Eishockey - so gut wie immer der ballführende Spieler fokussiert, was sich in der Praxis als sehr zuverlässig








Handball
Beim HC Linz AG durfte ich Handball Fotos machen. Wenn man versucht die Spieler zu verfolgen schafft die R1 nicht ganz die Stärken auszuspielen - zumindest nicht so wie bei den anderen Sportarten. Das Tracking von einzelnen Personen ist wieder richtig gut, aber dadurch, dass sich die Person doch relativ oft ändert, hilft der Pre-Shooting-Modus leider kaum. Dennoch war es recht einfach gute Fotos mit der R1 zu machen









