Aluminium-Pech und Chancenwucher: LASK verpasst Tabellenführung gegen Sturm Graz
Inhaltsverzeichnis
- Früher Schock für den LASK durch VAR-Entscheidung
- Linzer Chancenwucher und spektakuläres Aluminium-Pech
- Kalajdzic erlöst die Stahlstädter
- Abwehrschlacht in der Schlussphase
Trotz eines drückenden Chancenübergewichts und zweier Aluminiumtreffer musste sich der LASK im Spitzenspiel der 27. Runde gegen den aktuellen Tabellenführer Sturm Graz mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben.
Die Vorzeichen für dieses klassische Sechs-Punkte-Spiel hätten kaum spannender sein können. Die Grazer reisten als Tabellenführer mit 27 Zählern und einem frischen Remis gegen den TSV Hartberg im Gepäck an. Die Hausherren unter der Leitung von Dietmar Kühbauer strotzten nach einem Last-Minute-Sieg gegen RB Salzburg vor Selbstvertrauen und hätten mit einem Heimsieg die Tabellenspitze erobern können. Dementsprechend hitzig und temporeich gestaltete sich die Begegnung von der ersten Minute an.
Früher Schock für den LASK durch VAR-Entscheidung
Die Mannschaft von Sturm-Cheftrainer Fabio Ingolitsch erwischte den deutlich besseren Start. Bereits in der Anfangsphase drangen die “Blackies” gefährlich in das letzte Drittel der Linzer ein. In der sechsten Minute kam der Grazer Fosso im Sechzehner zu Fall. Schiedsrichter Altmann zeigte nach kurzer Rücksprache mit dem VAR und der Konsultation der Fernsehbilder auf den Punkt. Otar Kiteishvili ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen: Der Georgier verlud LASK-Schlussmann Jungwirth eiskalt und schob den Ball in der zehnten Minute in die untere Ecke zu seinem 13. Saisontreffer ein.
Trotz des frühen Rückschlags und der verletzungsbedingten Schrecksekunde um Sturm-Angreifer Jatta, der jedoch weiterspielen konnte, ließ sich der LASK nicht beirren. Die Linzer antworteten mit aggressivem Pressing und rissen die Spielkontrolle zunehmend an sich.
Linzer Chancenwucher und spektakuläres Aluminium-Pech
Was folgte, war eine pure Drangphase der Oberösterreicher, die jedoch von mangelnder Chancenverwertung geprägt war. Besonders der auffällige Adeniran tauchte immer wieder gefährlich vor dem Grazer Kasten auf, scheiterte aber wiederholt im Eins-gegen-eins am überragend reagierenden Sturm-Keeper Daniil Khudyakov.
Das absolute Highlight der ersten Halbzeit ereignete sich in der 21. Minute: Nach einem starken Dribbling von Adeniran packte Jörgensen aus dem Nichts einen sensationellen Fallrückzieher aus. Der Ball krachte krachend an die Latte – ein Zentimeter tiefer, und die Bundesliga hätte ein Tor des Jahres bejubeln dürfen.
Trotz drückender Überlegenheit und zahlreicher Abschlüsse der Hausherren retteten die tief stehenden Grazer die knappe 1:0-Führung in die Halbzeitpause.
Kalajdzic erlöst die Stahlstädter
Auch nach dem Seitenwechsel glich das Spiel einem Powerplay der Kühbauer-Elf. Die Grazer taten sich sichtlich schwer, sich aus der Umklammerung zu befreien und offensive Akzente zu setzen. Die Linzer feuerten aus allen Rohren, verzweifelten jedoch an ihrer eigenen Ungenauigkeit und dem weiterhin starken Khudyakov.
In der 68. Minute brach schließlich der Bann: Der flinke Außenspieler George Bello tankte sich auf der Flanke durch und brachte eine maßgeschneiderte Hereingabe in das Zentrum. Dort stand Sasa Kalajdzic goldrichtig und wuchtete das Leder aus kurzer Distanz per Kopf unhaltbar zum längst überfälligen 1:1-Ausgleich in die Maschen.
Abwehrschlacht in der Schlussphase
Der Ausgleich befeuerte die Hoffnungen der Heimfans auf den Heimsieg und den damit verbundenen Sprung an die Tabellenspitze. Der LASK warf in der Schlussphase alles nach vorne. Jörgensen traf aus kurzer Distanz erneut nur das Aluminium (66.), und Khudyakov hielt Sturm Graz in der 78. Minute mit einer wahren Heldentat auf der Linie im Spiel.
Sturm Graz beschränkte sich in den letzten Minuten der regulären Spielzeit sowie in der sechsminütigen Nachspielzeit fast ausschließlich auf das Verteidigen. Die Ingolitsch-Elf stand extrem tief und kämpfte aufopferungsvoll um jeden Zentimeter. Letztlich belohnten sich die Steirer für ihre defensive Disziplin und brachten das Unentschieden über die Zeit.
Fazit: Der LASK war über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und verzeichnete ein klares Chancenplus. Letztlich scheiterten die Linzer an ihrer eigenen Effizienz und an der starken Defensivleistung der Grazer. Sturm Graz verteidigt durch dieses hart erkämpfte Remis die Tabellenführung im oberen Playoff und hält den LASK auf Distanz. Der Kampf um die Meisterschaft in der ADMIRAL Bundesliga bleibt somit ein absoluter Thriller.

















