Befreiungsschlag an der Donau: Blau-Weiß Linz demontiert den WAC und gibt die Rote Laterne ab
Inhaltsverzeichnis
- Weissman bricht den Bann in Halbzeit eins
- Maier schnürt den Doppelpack und besiegelt WAC-Schicksal
- Ausblick: Linz atmet auf, Wolfsberg am Abgrund
Es war das erwartete Schicksalsspiel im Abstiegskampf der ADMIRAL Bundesliga. In der 28. Runde empfing der FC Blau-Weiß Linz vor heimischer, restlos ausverkaufter Kulisse den Wolfsberger AC. Nach 90 intensiven Minuten belohnten sich die Oberösterreicher mit einem souveränen 3:0-Heimsieg. Während die Linzer durch diesen Erfolg die Rote Laterne an die Kärntner abgeben, verschärft sich die Krise bei den seit nunmehr zwölf Spielen sieglosen Wolfsbergern dramatisch.
Bereits im Vorfeld war die Brisanz der Begegnung spürbar. Nach dem torlosen Remis im Hinspiel wenige Tage zuvor setzten beide Cheftrainer auf unterschiedliche Herangehensweisen: Während Linz-Coach Michael Köllner seiner Startelf das uneingeschränkte Vertrauen aussprach und keine Wechsel vornahm, rotierte WAC-Trainer Thomas Silberberger nach internen Krisengesprächen. Emmanuel Agyemang und Boris Matic rückten neu in die erste Elf, um die desolate Auswärtsserie der Lavanttaler – seit Ende Oktober ohne Sieg in der Fremde – endlich zu beenden.
Weissman bricht den Bann in Halbzeit eins
Die Hausherren zeigten sich von Beginn an mutig und rissen vor allem durch ein starkes Umschaltspiel das Kommando an sich. Nach frühen Warnschüssen durch Simon Seidl (3.) und Nico Maier (6.), der WAC-Schlussmann Lukas Polster zu einer ersten Glanzparade zwang, münzte Blau-Weiß die spielerische Überlegenheit schließlich in Zählbares um.
In der 29. Minute war es der routinierte Torjäger Shon Weissman, der den entscheidenden Fehler in der Wolfsberger Hintermannschaft eiskalt bestrafte. Nach einer Hereingabe von Ronivaldo von der rechten Seite konnte WAC-Kapitän Dominik Baumgartner den Ball nicht entscheidend klären. Weissman reagierte am Fünfmeterraum gedankenschnell, setzte seinen Körper robust ein und schob aus kurzer Distanz zur hochverdienten 1:0-Führung ein. Der WAC wirkte geschockt und kam erst kurz vor dem Pausenpfiff zu seiner besten Gelegenheit, als Dejan Zukic (35.) nach Zuspiel von Erik Kojzek an einem hervorragend reagierenden Linzer Torwart Nico Mantl scheiterte.
Maier schnürt den Doppelpack und besiegelt WAC-Schicksal
Mit einem Doppelwechsel zur Pause – Jessic Ngankam und Markus Pink ersetzten David Djuric und Erik Kojzek – versuchte Silberberger, seiner Offensive neues Leben einzuhauchen. Tatsächlich zeigten die Kärntner in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs ein verändertes Gesicht. Der WAC lief höher an und drängte die Linzer zeitweise tief in die eigene Hälfte. Echte Hochkaräter blieben jedoch Mangelware, da die von Fabio Strauss organisierte Linzer Defensive an diesem Abend äußerst diszipliniert und fehlerfrei agierte.
Mitten in die zarte Drangphase der Gäste setzte Blau-Weiß dann den entscheidenden Nadelstich. Nach einem Foulspiel zentral an der Strafraumgrenze legte sich Nico Maier den Ball zurecht. Mit einem sehenswerten Linksschuss zirkelte er das Leder unhaltbar ins linke Eck (66.) – das 2:0 war eine Vorentscheidung, die dem WAC merklich den Stecker zog. Selbst ein erneuter Doppelwechsel bei den Gästen, die unter anderem Donis Avdijaj ins Spiel brachten, verpuffte wirkungslos.
Den krönenden Abschluss eines aus Linzer Sicht perfekten Fußballabends lieferte erneut der überragende Nico Maier in der Nachspielzeit. Nach einem blitzsauberen Konter und präzisem Zuspiel des eingewechselten Paul Mensah hatte Maier im Strafraum viel Zeit und Raum. Seinen ersten Versuch setzte er noch an die linke Stange, den Nachschuss verwertete er jedoch souverän zum 3:0-Endstand (90.+4).
Ausblick: Linz atmet auf, Wolfsberg am Abgrund
Durch diesen verdienten, wenn auch in der Höhe womöglich etwas schmeichelhaften Heimsieg gelingt dem FC Blau-Weiß Linz der ersehnte Befreiungsschlag. Die Mannschaft von Michael Köllner bestätigt ihren jüngsten Heim-Aufwärtstrend und klettert vom letzten Tabellenplatz. Für den Wolfsberger AC und Trainer Thomas Silberberger hingegen leuchten die Warnlampen nun tiefrot. Ohne Durchschlagskraft in der Offensive und mit anhaltenden defensiven Unachtsamkeiten übernehmen die Lavanttaler die Rote Laterne und stehen in den kommenden Runden vor einer Herkulesaufgabe, um den Gang in die Zweitklassigkeit noch abzuwenden.


















